Archiv für Februar 2008
keine weiteren Riester Zulagen bei Scheidung
Bei einer Scheidung verliert ein mittelbar zulagenberechtigter Ehegatte schon für das Jahr der Scheidung seine Zulageberechtigung, wenn der unmittelbar Zulageberechtigte im selben Jahr wieder geheiratet hat und bei ihm und dem neuen Ehegatten die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG vorliegen, heißt es im BMF-Rundschreiben vom 5. Februar 2008. Das gilt auch dann, wenn die Ehegatten nicht bereits während des ganzen Jahres getrennt gelebt haben. Eine schädliche Verwendung des Riester-Vertrags ergibt sich aus der Scheidung nicht.
förderschädlichkeit der Riester Rente bei Arbeitslosigkeit
Arbeitslose gelten zwar grundsätzlich als Pflichtversicherte im Sinne des § 10a Abs. 1 Satz 3 EStG, sofern sie bei einer inländischen “Agentur für Arbeit” als Arbeitssuchende gemeldet sind und der Versicherungspflicht in der deutschen Rentenversicherung nicht unterliegen, weil sie eine Leistung nach dem Zweiten Buch SGB wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht beziehen.
Die Förderberechtigung für die Riester-Rente können Arbeitslose verlieren, wenn die Leistung nach dem Sozialgesetzbuch nicht gezahlt wird, weil sich der Arbeitslose nicht bei einer Agentur für Arbeit als Arbeitssuchender gemeldet hat. Es besteht dann auch keine Förderberechtigung nach § 10a Abs. 1 Satz 3 EStG.
Deutsche Rentenversicherung Bund in Zahlen 2007
Der Trägerausschuss des Vorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund hat in seiner heutigen Sitzung in Berlin die Arbeitsergebnisse und Entwicklungen im Jahr 2007 im Trägerbereich erörtert. Diese stellten sich wie folgt dar:Rente
Von der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden 2007 rund 630.000 Rentenanträge abschließend bearbeitet. Hinzu kamen etwa 4 Millionen Neuberechnungen, Neufeststellungen oder Nachprüfungen von Renten. Rund 200.000 Renten sind an Rentner in 186 Ländern überwiesen worden.
Versicherung
Im Jahr 2007 wurden rund 8 Millionen Versicherungsvorgänge erledigt. Hierzu gehören unter anderem Kontenbereinigungen, Anträge und Anfragen zur Beitragszahlung und zur freiwilligen Versicherung sowie Beitragserstattungen und Auskünfte an Familiengerichte. Darüber hinaus wurden mehr als 15 Millionen Renteninformationen versandt.
Rehabilitation
Im Jahr 2007 wurden bei der Deutschen Rentenversicherung Bund über 720.000 Anträge auf medizinische Rehabilitation abschließend bearbeitet. Dies entspricht einem Zuwachs um fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 115.000 erledigte Anträge auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) bedeuten im Vergleich zu 2006 einen Anstieg von rund sieben Prozent.
Prüfdienst
Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der Betriebsprüfungen mehr als 400.000 Arbeitgeber und dabei mehr als 12 Millionen Beschäftigungsverhältnisse hinsichtlich der ordnungsgemäßen Zahlung des Sozialversicherungsbeitrages geprüft. Seit Mitte 2007 überwachen die Rentenversicherungsträger im Rahmen ihrer turnusmäßigen Betriebsprüfungen auch die Zahlung der Künstlersozialabgabe.
Zulagenstelle
Zum Ende des Jahres 2007 bestanden bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) rund 6,5 Millionen Zulagekonten. Im Vergleich zu 2006 ist somit ein Zuwachs von mehr als 2 Millionen Zulagekonten zu verzeichnen.
Auskunft und Beratung und Öffentlichkeitsarbeit Auskunft und Beratung der Deutschen Rentenversicherung Bund fand vorwiegend in den örtlichen Auskunfts- und Beratungsstellen, bei den ehrenamtlichen Versichertenberatern und am Servicetelefon statt. Unter der Servicenummer der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden 2007 insgesamt rund 1,8 Millionen Anfragen beantwortet. Die Internetseite www.deutsche-rentenversicherung-bund.de verzeichnete 2007 rund 31 Millionen Zugriffe. 5,8 Millionen Informationsbroschüren wurden herausgegeben.
Als größter deutscher Rentenversicherungsträger betreut die Deutsche Rentenversicherung Bund 24 Millionen Versicherte und rund 9 Millionen Rentner. Mit fast 140 Milliarden Euro hat sie den zweitgrößten öffentlichen Haushalt in Deutschland.
Studie zur Abgeltungssteuer: Vorteile für Versicherungsgeschäft
Die beschlossene Abgeltungssteuer wird positive Effekte auf das Lebensversicherungsgeschäft haben und diesen Weg der privaten Altersvorsorge beflügeln. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage unter 300 deutschen Versicherungsexperten im Auftrag der maklermanagement.ag, Tochtergesellschaft des Deutschen Ring, hervor. Gleichwohl spüren 80 Prozent der Befragten derzeit noch eine große Verunsicherung bei den Anlegern. Zwei Drittel der Experten rechnen mit einer steigenden Kapitalflucht ins Ausland.
Deutsche Haushalte verfügen über mehr als 4.500 Mrd. Euro Geldvermögen, das in Aktien, Geldmarktpapieren, Investmentfonds und Rentenwerten investiert ist, auf Bankkonten liegt oder in Versicherungspolicen eingezahlt wurde. Rund 370 Mrd. Euro waren im Jahr 2006 laut Deutscher Bundesbank in Aktien investiert. Ein Teil dieser Anlagesumme wird in den nächsten Monaten umgeschichtet werden, darin sind sich Experten einig. Wenn der Fiskus ab 1. Januar 2009 pauschal von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer einbehält, sind neue Aktiendepots besonders betroffen.
“Mit Versicherungslösungen werden Anleger in Zukunft besser dastehen”, meint Helmut Kriegel, Vorstand der maklermanagement.ag. Der Grund: Für Lebens- und Rentenversicherungen gelten andere Regeln. So ist nur die Hälfte der Kapitalerträge zu versteuern, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lang läuft und nicht vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt wird. Selbst beim Spitzensteuersatz werden die Erträge maximal mit einem Steuerabzug von rund 21 Prozent belastet, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Bei Rentenversicherungen greift die Ertragsanteilsbesteuerung. Diese beträgt bei einem 65-jährigen Rentner 18 Prozent.
Kriegel rechnet daher auf Grund der günstigen Besteuerung mit einem deutlichen Anstieg des Fondspolicen-Geschäfts. In der Ansparphase genießen Fondspolicen den Vorteil, dass Kapitalerträge steuerfrei bleiben und so der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung entfalten kann. Und aus einem weiteren Grund bleibt die Fondspolice auch in Zukunft eine attraktive Anlageform, um für das Alter vorzusorgen: Fondsumschichtungen im Versicherungsmantel unterliegen auch im Jahr 2009 nicht der Abgeltungsteuer. Anleger können weiterhin flexibel auf Kapitalmarktentwicklungen reagieren, ohne steuerpflichtig zu werden. In den nächsten Monaten sieht Kriegel aber erst einmal einen großen Beratungsbedarf auf die Finanzberater zukommen. Die hohe Verunsicherung der Kunden rührt daher, dass viele Bürger noch nicht genau über die neue Abgeltungssteuer Bescheid wissen.
FORSA-Umfrage: Riester-Rente per Telefon? Die Deutschen sagen “Nein Danke”
Die Bundesbürger setzen in Sachen Finanzen nach wie vor auf persönliche Beratung. Auch in Zeiten von Internet, Teleshopping und Onlinebanking ist das direkte Gespräch bei 90 Prozent der Menschen immer noch die erste Wahl, um Finanzverträge abzuschließen. Das ist das Ergebnis einer Repräsentativ-Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut FORSA im Auftrag von Europas größtem unabhängigen Finanzdienstleister, AWD, ermittelt hat.
Immer mehr Versicherungsunternehmen bieten ihre Finanzprodukte per Internet, Telefon oder sogar im Einzelhandel und bei Discountern an. Dabei können mittlerweile auch erklärungsbedürftige Altersvorsorgeprodukte wie beispielsweise Riester-Renten per Mausklick abgeschlossen werden – meist ohne eine persönliche Beratung. 90 Prozent der insgesamt 1.004 Befragten gaben an, ohne ausführliche persönliche Beratung auch zukünftig keine Finanzverträge abschließen zu wollen. Dabei sind sich die Deutschen einig, egal ob im Osten (88%) oder Westen (90%) des Landes, egal ob Mann (89%) oder Frau (91%): Der Abschluss von komplexen Finanzverträge im Internet oder am Telefon fällt bei den Befragten durch. Lediglich vier Prozent fanden diese Variante für sich interessant. Weitere vier Prozent haben bereits einen Finanzvertrag per Telefon oder Internet abgeschlossen.
“Immer mehr Bürger sehen sich der Aufgabe gegenüber, eine private Altersvorsorge oder einer Krankenzusatzabsicherung aufzubauen. Diese wichtigen und komplexen Fragen lassen sich nicht per Mausklick oder Ankreuz-Postkarte lösen. Der Kunde hat Fragen und verlangt nach kompetenten und geschulten Beratern, die ihm im persönlichen Gespräch Rede und Antwort stehen”, sagt Carsten Maschmeyer, Vorstandsvorsitzender der AWD Holding AG.
Die Antwort auf die Frage, mit wem die Bürger in Zukunft die private Vorsorge am liebsten besprechen wollen, war eindeutig. Einen objektiven Vorschlag mit anschließenden Handlungsempfehlungen erwarten 42 Prozent der Befragten am ehesten von einem unabhängigen Finanzberater. Also einem Finanzberater, der nicht ausschließlich für eine Bank, Versicherung oder Fondsgesellschaft arbeitet. 26 Prozent gaben an, dass ihre Bank auch in Zukunft der Ansprechpartner Nr. 1 in Finanzfragen bleibt. 10 Prozent wollen ihre finanziellen Angelegenheiten auch weiterhin mit ihrem Versicherungsvertreter besprechen.
Hintergrundinformationen:
Forsa, Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH hat in der Zeit vom 26. bis 29. November 2007 je 1.004 Zielpersonen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren in einer Repräsentativumfrage nach Themen “Sparen und Geldanlagen” befragt. Die Grundgesamtheit bildeten in Privathaushalten in Deutschland lebende deutschsprachige Personen ab 14 Jahre. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 3 Prozent.