Archiv für die Kategorie „News Rente“
Höhere Hinzuverdienstmöglichkeiten für Rentner
Rentner können laut eines heute verkündeten Gesetzes rückwirkend zum 1. Januar 2008 mehr zu ihrer Rente hinzuverdienen.
Von der Gesetzesänderung betroffen sind Erwerbsminderungsrentner und Altersrentner vor dem 65. Geburtstag. Sie können nach der Gesetzesänderung bis zu 400 Euro zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne Abstriche bei ihrer Rente hinnehmen zu müssen. Bisher lag diese Grenze bei 355 Euro.
Viele Rentner waren in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass sie neben ihrer Rente einen 400-Euro-Job ausüben können, ohne die Hinzuverdienstgrenze zu überschreiten. Die Rentner hatten in diesen Fällen aber nur Anspruch auf eine Teilrente. Die Vereinheitlichung mit der Geringfügigkeitsgrenze durch Anhebung der Hinzuverdienstgrenze auf 400 Euro vermeidet Rentenkürzungen und bedeutet eine nicht unerhebliche Verwaltungsvereinfachung für die Rentenversicherungsträger. Aufwendige Prüfungen und Rückforderungen entfallen damit. Mit der Gesetzesänderung wird einem Anliegen der Deutschen Rentenversicherung entsprochen.
Riester-Renten falsch verdächtigt
Die Riester-Rente geriet Mitte Januar 2008 plötzlich ins Kreuzfeuer der Kritik. Kurz zuvor hatte das Bundesministerium für Finanzen stolz verkündet, dass inzwischen zehn Millionen Riester-Verträge unter Dach und Fach seien. Doch am 10. Januar berichtete die Monitor-Sendung, die Riester-Rente lohne sich für Geringverdiener nicht. Andere Sender zogen nach.
Grund: Wer als Geringverdiener später auf die Grundsicherung angewiesen ist, dessen Riester-Rente wird darauf angerechnet. Das gilt aber auch für Erwerbseinkünfte, Zinsen, sonstige Leistungen aus Lebens- und Rentenversicherungen, Wohn- und Kindergeld sowie für Erträge aus Vermietung und Verpachtung. Nur ein „angemessenes Hausgrundstück“ und etwas Bargeld auf einem Sparbuch bleiben außen vor.
Denn die Grundsicherung ist eine seit dem 1. Januar 2003 bestehende Sozialleistung des Staates, die den grundlegenden Bedarf für den Lebensunterhalt im Alter und bei Erwerbsminderung in jüngeren Jahren sicherstellt. Bevor Geld fließt, muss die Bedürftigkeit nachgewiesen werden. Einziger Unterschied zur normalen Sozialhilfe: Grundsätzlich wird nicht auf das Einkommen oder Vermögen von Eltern und Kindern zurückgegriffen.
Sozialverband fordert eine Trennung der Riester-Rente von der Grundsicherung
Walter Hirrlinger, Präsident des Sozialverbands VdK, kritisierte, dass die Riester-Rente für viele Rentner hinsichtlich ihrer Grundsicherung neue Belastungen schaffe anstatt hier vorhandene Einbußen abzumildern, und forderte deswegen, dass sie nicht mit der Grundsicherung verrechnet werden dürfe. Einnahmen aus Riester-Renten gelten als Einkommen und werden daher immer berücksichtigt, wenn eine Überprüfung zum Erhalt einer Grundsicherung ansteht. Die Grundsicherung beträgt nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums momentan durchschnittlich 710 Euro monatlich (bestehend aus 347 Euro plus Wohn- und Heizkosten) und stellt eine Sozialleistung für Erwerbsunfähige oder für Rentner dar, die nur eine sehr kleine Rente beziehen. Hirrlinger nannte diesen Zustand einen Skandal.
Das Ministerium äußerte sich der Forderung des Sozialverbandes gegenüber ablehnend. Eine Änderung der bestehenden Regelung ist nicht geplant. Begründet wird dies damit dass die Grundsicherung eine Form der Sozialhilfe sei und nur dann gezahlt wird, wenn es keine eigenen Einnahmen gibt, oder diese eigenen Einnahmen zu gering sind. Die Riester-Rente muss deshalb im Alter verwendet werden. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Ferner sieht ebenfalls keinen Handlungsbedarf. Sie sieht die Problematik vorallem darin, zu differenzieren, in welchen Fällen die Riester-Rente von der Grundsicherung abgegrenzt werden soll. Ob die Einnahmen im Alter aus der Riesterrente, der gesetzlichen Rentenversicherung oder einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer Kombination der genannten stammen ist egal, alle diese Formen müssen gleich behandelt werden, so Ferner.
Die Riesterrente sollte jedoch wenn möglich weiterhin favorisiert werden, denn wer kann schon mit Gewissheit sagen, dass er in ein paar Jahrzehnten auf die Grundsicherung angewiesen ist.
Konsum für viele Frauen wichtiger als Rente Altersvorsorge auch kein Thema für den Kaffeeklatsch
Viele Frauen nehmen das Thema Altersvorsorge nach wie vor auf die leichte Schulter: Fast 40 Prozent geben ihr Geld lieber für Dinge aus, von denen sie sofort etwas haben, anstatt es in die eigene Rente zu investieren. Zudem finden Frauen Altersvorsorge zwar wichtig, aber sie sprechen nicht darüber. Für die meisten Frauen in Deutschland ist Altersvorsorge niemals oder nur selten Thema für das Gespräch mit den Freundinnen. Das ergab eine von der DBV-Winterthur und dem IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung in Zusammenarbeit mit TNS Infratest durchgeführte, repräsentative Umfrage, bei der Frauen in ganz Deutschland zum Thema Altersvorsorge befragt wurden.Viele Frauen investieren ihr Geld lieber in Konsumartikel als in die eigene Altersvorsorge. Dieses Verhalten zieht sich durch alle Altersgruppen, bei den 30- bis 39-Jährigen ist es aber beinahe jede Zweite. Gerade bei Frauen mit niedrigerer beruflicher Stellung ist der Anteil derer, die lieber jetzt konsumieren, anstatt sich um ihre Altersvorsorge zu kümmern, mit über 50 Prozent sehr hoch. Angela Weißenberger, Rentenexpertin bei der DBV-Winterthur weiß: “Vielen Frauen wird der finanzielle Spielraum fehlen, wenn sie im Alter endlich Zeit zur Verfügung haben, um ihre Pläne und Wünsche zu verwirklichen. Frauen sollten sich um die Altersvorsorge kümmern, solange es noch nicht zu spät ist. Dabei sollten Sie die verschiedenen Anlagemöglichkeiten in Betracht ziehen: Staatlich geförderte Vorsorgeformen wie die Riester-Rente ebenso wie Rentenversicherungen, betriebliche Altersvorsorge, aber auch andere Anlageformen. Wichtig ist ein ausgewogenes Anlageportfolio, in dem auch Fonds, Aktien und festverzinsliche Wertpapiere ihren Platz haben.”
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass über 35 Prozent aller befragten Frauen niemals mit der Freundin über die Altersvorsorge reden. Und Themen, die von Frauen nicht mit Freun¬dinnen besprochen werden, beschäftigen sie auch nicht wirklich. Nur etwa 8 Prozent aller Frauen gaben an, sich oft mit der Freundin darüber zu unterhalten. Mit zunehmendem Alter steigt das Bedürfnis, sich auszutauschen: während die Hälfte der 18- bis 39-Jährigen nie darüber sprechen, sind es bei den 40- bis 60-Jährigen etwa 60 Prozent, die zumindest manchmal über Altersvorsorge reden.
Gleichzeitig sind fast alle befragten Frauen der Meinung, das Thema Altersvorsorge sei wichtig und man solle sich rechtzeitig damit befassen. Dazu Angela Weißenberger:”Dass Altersvorsorge wichtig ist, weiß jede Frau. Aber zwischen Wissen und Tun klafft eine Riesenlücke. Das spiegelt auch die Tatsache wider, dass Frauen so wenig mit der Freundin darüber sprechen. Die meisten Frauen verdrängen das Thema Altersvorsorge komplett aus ihrem Alltag.”
Im Auftrag von DBV-Winterthur befragte TNS Infratest in einer repräsentativen Umfrage Frauen unterschiedlicher Altersgruppen (18 bis 60 Jahre), Bildung, beruflicher Stellung, Familienstand und Einkommen.
Deutsche Rentenversicherung Bund in Zahlen 2007
Der Trägerausschuss des Vorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund hat in seiner heutigen Sitzung in Berlin die Arbeitsergebnisse und Entwicklungen im Jahr 2007 im Trägerbereich erörtert. Diese stellten sich wie folgt dar:Rente
Von der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden 2007 rund 630.000 Rentenanträge abschließend bearbeitet. Hinzu kamen etwa 4 Millionen Neuberechnungen, Neufeststellungen oder Nachprüfungen von Renten. Rund 200.000 Renten sind an Rentner in 186 Ländern überwiesen worden.
Versicherung
Im Jahr 2007 wurden rund 8 Millionen Versicherungsvorgänge erledigt. Hierzu gehören unter anderem Kontenbereinigungen, Anträge und Anfragen zur Beitragszahlung und zur freiwilligen Versicherung sowie Beitragserstattungen und Auskünfte an Familiengerichte. Darüber hinaus wurden mehr als 15 Millionen Renteninformationen versandt.
Rehabilitation
Im Jahr 2007 wurden bei der Deutschen Rentenversicherung Bund über 720.000 Anträge auf medizinische Rehabilitation abschließend bearbeitet. Dies entspricht einem Zuwachs um fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 115.000 erledigte Anträge auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) bedeuten im Vergleich zu 2006 einen Anstieg von rund sieben Prozent.
Prüfdienst
Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der Betriebsprüfungen mehr als 400.000 Arbeitgeber und dabei mehr als 12 Millionen Beschäftigungsverhältnisse hinsichtlich der ordnungsgemäßen Zahlung des Sozialversicherungsbeitrages geprüft. Seit Mitte 2007 überwachen die Rentenversicherungsträger im Rahmen ihrer turnusmäßigen Betriebsprüfungen auch die Zahlung der Künstlersozialabgabe.
Zulagenstelle
Zum Ende des Jahres 2007 bestanden bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) rund 6,5 Millionen Zulagekonten. Im Vergleich zu 2006 ist somit ein Zuwachs von mehr als 2 Millionen Zulagekonten zu verzeichnen.
Auskunft und Beratung und Öffentlichkeitsarbeit Auskunft und Beratung der Deutschen Rentenversicherung Bund fand vorwiegend in den örtlichen Auskunfts- und Beratungsstellen, bei den ehrenamtlichen Versichertenberatern und am Servicetelefon statt. Unter der Servicenummer der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden 2007 insgesamt rund 1,8 Millionen Anfragen beantwortet. Die Internetseite www.deutsche-rentenversicherung-bund.de verzeichnete 2007 rund 31 Millionen Zugriffe. 5,8 Millionen Informationsbroschüren wurden herausgegeben.
Als größter deutscher Rentenversicherungsträger betreut die Deutsche Rentenversicherung Bund 24 Millionen Versicherte und rund 9 Millionen Rentner. Mit fast 140 Milliarden Euro hat sie den zweitgrößten öffentlichen Haushalt in Deutschland.
Christian Zahn in der Sitzung des Trägerausschusses der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund
“Mit einem Haushaltsvolumen von insgesamt 139,0 Milliarden Euro haben wir heute über den – nach dem Bundeshaushalt – zweitgrößten öffentlichen Haushalt für 2008 in Deutschland zu beschließen”, so Christian Zahn, Vorsitzender des Trägerausschusses der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund zu Beginn seines Berichts an die Vertreterversammlung in Berlin.Selbstverwaltung ist zentraler Bestandteil der Sozialordnung
Zahn wies darauf hin, dass die Selbstverwaltung ein Erfolgsmodell sei. Sie habe eine wichtige politische Funktion und sei ein Kernelement unserer Gesellschaftsordnung. Die Selbstverwaltung schaffe Bürgernähe und nehme eine wichtige Vermittlerfunktion im Verhältnis Bürger – Verwaltung, aber auch im Verhältnis Verwaltung – Politk wahr. Durch die Einbindung von Sachverstand aus gesellschaftlichen Bereichen diene sie der Effizienz und Effektivität der Verwaltung, so Zahn weiter.
Selbstverständlich müsse sich die Selbstverwaltung an geänderte Anforderungen anpassen. Bei der Weiterentwicklung der Struktur der Selbstverwaltung sollte ihre Autonomie gestärkt und ihre Gestaltungsspielräume erhöht werden, um ihre Bedeutung und ihre Leistungen im Bewusstsein der Bevölkerung stärker zu verankern. Alle Vorschläge, die im Ergebnis zu einem Abbau der Selbstverwaltung führten, sind nach den Worten Zahns abzulehnen.
Große Herausforderungen, wie die Wiedervereinigung und die Organisationsreform habe die Selbstverwaltung mit großem Einsatz und Erfolg gemeistert. “Bei beiden Vorhaben hat sich gezeigt, wie wichtig die Selbstverwaltung für die Vorbereitung und Umsetzung von größeren Reformprojekten ist”, erläuterte Zahn.
Auskunfts- und Beratungsleistungen weiterentwickeln
Zahn führte aus, dass “mit der Einrichtung eines Servicetelefons im Jahr 1995, durch den Versand der jährlichen Renteninformation oder durch unsere Versichertenberater in Sache Kundenorientierung wichtige Maßstäbe gesetzt wurden”. So hätten im letzten Jahr rund fünf Millionen Versicherte und Rentner die Beratungseinrichtungen der Deutschen Rentenversicherung Bund aufgesucht. Darüber hinaus seien 640.000 Personen von unseren Versichertenberatern und 1,7 Millionen Kunden am kostenlosen Servicetelefon beraten worden.
Entwicklung der Riester-Rente
Zahn machte auf die Entwicklung in der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) aufmerksam, die von einer hohen Dynamik bei der zulagegeförderten privaten Altersvorsorge geprägt werde. Die Zahl der abgeschlossenen Zulageverträge hat fast die 10 Millionen-Grenze erreicht. “Insgesamt wurden durch die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen seit 2003 rund 2,2 Milliarden Euro an Zulagen auf Riesterverträge überwiesen. Diese Auszahlungen verteilen sich auf rund 6,3 Millionen Zulageverträge”, berichtete Zahn.
Altersvorsorge macht Schule geht in die zweite Runde
Kursbesucher stellen dem Angebot ein gutes Zeugnis aus
Nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr geht „Altersvorsorge macht Schule“, Deutschlands größte unabhängige Bildungsinitiative zur Alterssicherung, in die zweite Runde. Wie die Projektpartner, unter ihnen die Bundesregierung, die Deutsche Rentenversicherung und der Deutsche Volkshochschul-Verband, heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mitteilten, werden im Rahmen der Kampagne in den kommenden Monaten bundesweit mehr als 500 Kurse an den Volkshochschulen angeboten. Die Kursbesucher sollen dabei zu Vorsorge-Experten in eigener Sache werden.
Eine positive Bilanz für das erste Halbjahr 2007 zogen die Bundesminister Franz Müntefering und Peer Steinbrück übereinstimmend mit dem Präsidenten der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, dem Vorsitzenden des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, Ernst-Dieter Rossmann, und dem Projektkoordinator im Bundesverbraucherministerium, Rainer Metz. Die bisherigen Kursbesucherinnen und Kursbesucher hätten dem Angebot ein gutes Zeugnis ausgestellt. Demnach seien die Kurse für weit mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden eine Hilfe für die Planung der eigenen Altersvorsorge gewesen.
Die Evaluation des ersten Halbjahres ergab: Zwischen Februar und Juli besuchten knapp 3.500 Menschen einen von insgesamt 325 „Altersvorsorge macht Schule“-Kursen. Dabei habe sich gezeigt, dass die Frage der Alterssicherung beide Geschlechter gleichermaßen be-schäftigt. Frauen und Männer seien in den Kursen nahezu gleichberechtigt vertreten. Etwas mehr als die Hälfte der Besucher seien jünger als 45 Jahre gewesen und damit in dem Alter, in dem die Beschäftigung mit der eigenen Altersvorsorge besonders wichtig ist.
In den zwölfstündigen Kursen behandeln Referentinnen und Referenten der Deutschen Ren-tenversicherung alle Aspekte der Altersvorsorge. Das Projekt treffe mit diesem Anspruch genau die Bedürfnisse der Zielgruppe. Fast alle Kursbesucher hätten in der Befragung angegeben, ihre Erwartungen seien erfüllt worden. 97 Prozent fühlten sich nach dem Kurs über Altersvorsorge „gut“ oder zumindest „teilweise gut“ informiert.
Im zweiten Halbjahr wollen sich die Initiatoren von „Altersvorsorge macht Schule“ verstärkt darauf konzentrieren, bestimmte Zielgruppen besser zu erreichen. Dazu gehörten insbesondere Berufsanfänger, Menschen mit niedrigerem Einkommen sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Für sie würden derzeit in verschiedenen Ballungsräumen Pilotprojekte vorbereitet. Dafür kooperierten die Projektpartner unter anderem mit Berufsschulen sowie kleineren und mittleren Betrieben. Die Erfahrungen, die in diesen Pilotprojekten gewonnen werden, sollen in die langfristige Weiterentwicklung von „Altersvorsorge mit Schule“ einfließen.
Hintergrund:
„Altersvorsorge macht Schule“ ist eine gemeinsame Initiative der Bundesregierung, des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, der Deutschen Rentenversicherung, des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Kern des Projekts sind spezielle Kurse zur Altersvorsorge, die seit Februar 2007 bundesweit an den Volkshochschulen stattfinden.
Die Kursleitung übernehmen Referenten der Deutschen Rentenversicherung. Sie informieren in zwölf Unterrichtsstunden neutral und unabhängig über alle Fragen der Altersvorsorge. Dazu gehören die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, die Möglichkeiten der staatlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorge, rein private Modelle der Absicherung und des Vermögensaufbaus sowie Verbraucherschutzaspekte. Kaufempfehlungen werden in den Kursen nicht ausgesprochen, die Initiative ist anbieter- und produktunabhängig.
Die Kurse von „Altersvorsorge macht Schule“ wenden sich an alle, die ihre eigene Altersabsicherung verbessern wollen – unabhängig von Vorkenntnissen oder finanziellen Möglichkeiten. Die Kursgebühr beträgt maximal 20 Euro. Die Anmeldung erfolgt bei den Volkshochschulen vor Ort.
Umfassende Informationen zum Kursprogramm und zu den Möglichkeiten der Teilnahme gibt es im Internet unter www.altersvorsorge-macht-schule.de oder kostenlos unter der Telefonnummer 0800-1000 480 70.
Trägerausschuss der Vertreterversammlung stellte den Haushalt der Deutschen Rentenversicherung Bund 2008 fest
Der Trägerausschuss der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund verabschiedete gestern den Haushalt mit Gesamteinnahmen und -ausgaben von 139,0 Milliarden EUR. Gegenüber 2007 ist damit eine Minderung um 5,6 Prozent zu verzeichnen.
Der Haushalt der Deutschen Rentenversicherung Bund schließt mit einem Überschuss von rd. 341,8 Millionen EUR ab.
Die wesentlichsten Positionen des Haushaltsplanes 2008 stellen sich wie folgt dar:
Beitragseinnahmen
Die Beitragseinnahmen werden für 2008 mit insgesamt 101,0 Milliarden EUR veranschlagt.
Höhe des Bundeszuschusses
Der Zuschuss des Bundes (einschl. des zusätzlichen Bundeszuschusses) beträgt für das Jahr 2008 insgesamt 32,2 Milliarden EUR.
Erstattungen des Bundes und der Versorgungsdienststellen
Die Erstattungen des Bundes und der Versorgungsdienststellen – insbesondere für die überführten Leistungen aus Zusatz- und Sonderversorgungssystemen – betragen insgesamt 4,9 Milliarden EUR.
Ausgaben für Rentenleistungen
Im Jahr 2008 werden 119,4 Milliarden EUR für Rentenleistungen gezahlt. Das sind 85,9 Prozent der Gesamtausgaben der Deutschen Rentenversicherung Bund.
Entsprechend der Entwicklung der Rentenausgaben steigen auch die an die Krankenversicherung der Rentner zu leistenden Aufwendungen, die für 2008 mit insgesamt 8,0 Milliarden EUR veranschlagt werden.
Leistungen zur Teilhabe (Rehabilitation)
Für Leistungen zur Teilhabe sind – in etwa wie im Vorjahr – insgesamt 2,3 Milliarden EUR vorgesehen. Es wird für 2008 mit rd. 448.400 Maßnahmen gerechnet.
Verwaltungs- und Verfahrenskosten
Für Verwaltungs- und Verfahrenskosten werden 2008 rd. 1,6 Milliarden EUR veranschlagt. Bezogen auf die gesamten Ausgaben entsprechen die Verwaltungs- und Verfahrenskosten lediglich 1,2 Prozent des Ausgabevolumens.
Investitionsausgaben
Die Investitionsausgaben sind in Höhe von 88,6 Millionen EUR veranschlagt. Die Investitionsausgaben der Deutschen Rentenversicherung Bund entfallen in der Hauptsache auf Umbau-, Brandschutz- und Modernisierungsmaßnahmen in den eigenen Kliniken sowie auf die Beschaffung von Anlagen der elektronischen Datenverarbeitung.
Gunkel zur Finanzsituation in der Rentenversicherung
“Die verbesserte Wirtschaftslage schlägt sich deutlich auch in den Kassen der gesetzlichen Rentenversicherung nieder”, so Alexander Gunkel, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, zu Beginn seines Berichtes an die Vertreterversammlung in Berlin zur Finanzsituation der Rentenversicherung.Finanzentwicklung in 2007
Nach den jüngsten Vorausberechnungen des Schätzerkreises zur Rentenversicherung sei für das Jahr 2007 mit Einnahmen in Höhe von rund 231,5 Milliarden Euro zu rechnen. Dem stünden voraussichtlich 230,3 Milliarden Euro als Ausgaben gegenüber. Damit ergebe sich für das Jahr 2007 ein haushaltsmäßiger Überschuss von 1,2 Milliarden Euro. Unterstellt ist dabei ein um Sondereffekte bereinigter Anstieg der Pflichtbeiträge von rund 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis. Auf der Basis der Vorausberechnung komme man zum Jahresende 2007 auf eine Nachhaltigkeitsrücklage, die mit 11,5 Milliarden Euro um etwa 1,8 Milliarden Euro über dem Wert zum Jahresende 2006 liegt, so Gunkel.
Entwicklung im mittelfristigen Zeitraum
Auf Basis der Annahmen der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Entwicklung werde die Nachhaltigkeitsrücklage bis zum Jahr 2011 auf rund 25,8 Milliarden Euro ansteigen. Nach geltender Rechtslage sei für das Jahr 2011 eine Senkung des bis dahin geltenden Beitragssatzes von 19,9 Prozent auf 19,4 Prozent möglich, so Gunkel. Beitragssatzsenkungen sollten erst vorgenommen werden, wenn die Schwankungsreserve auf die gesetzlich festgelegte Höhe aufgefüllt ist, so Gunkel.
Rentenanpassung 2008
Nach den aktuellen Vorausberechnungen des Schätzerkreises sei 2008 mit einer Rentenanpassung in Höhe von rund einem Prozent zu rechnen. Allerdings würden die für die Rentenanpassung ausschlaggebenden Werte erst im Frühjahr des kommenden Jahres vorliegen. Gunkel warnte davor, voreilig Erwartungen zu wecken, ohne zu wissen, ob sich diese letztlich auch erfüllen.
Entwicklung im Bereich der Riester-Rente Nach zunächst sehr verhaltenen Beginn habe sich die Inanspruchnahme der Riester-Rente in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt, führte Gunkel aus. Bis September dieses Jahres seien bereits 9,7 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen worden. Allein im Jahr 2007 habe die ZfA insgesamt rund 1,07 Milliarden Euro an Zulagen ausgezahlt, seit dem Jahr 2003 insgesamt rund 2,18 Milliarden Euro. Für die Zukunft rechne man mit einem weiteren deutlichen Anstieg, da die Zulagen erst im kommenden Jahr ihre endgültige Höhe erreichen. Die Entwicklung der Riester-Rente mache deutlich, dass das neue Leitbild der Alterssicherung, die “Lebensstandardsicherung aus mehreren Säulen”, inzwischen in erheblichen Teilen der Bevölkerung angekommen sei. Dies sei auch auf die vielen Aktivitäten der Rentenversicherung in diesem Bereich zurückzuführen. Gunkel wies nochmals auf die Notwendigkeit hin, die Riester-Zulage innerhalb von zwei Jahren zu beantragen, für das Jahr 2005 also spätestens bis zum Ende dieses Jahres.
“Wir können gegenwärtig und auch in der mittelfristigen Sicht von einer durchaus positiven, stabilen Finanzsituation der Rentenversicherung ausgehen”, betonte Gunkel zum Abschluss seines Vortrages.
Deutsche setzen auf private Altersvorsorge
Die Deutsche Postbank AG http://www.postbank.de stellt in ihrer heute, Mittwoch, veröffentlichten Analyse unterschiedliche Anlagefavoriten bei der privaten Altersvorsorge in Deutschland gegenüber. “Vor allem die politische Landschaft in Deutschland sowie unterschiedliche steuerliche Gründe führen immer wieder dazu, dass die Anlagefavoriten bei der privaten Altersvorsorge teils erheblich variieren”, erläutert Ralf Palm, Postbank-Pressesprecher, im Gespräch mit pressetext. Demnach erweisen sich Lebensversicherungen, die teilweise als Rente ausbezahlt werden, steigender Beliebtheit.
Obwohl die Mehrheit der berufstätigen deutschen Arbeitnehmer die private Altersvorsorge als notwendig erachtet, wollen nur 42 Prozent jetzt etwas für später zurücklegen. Damit ist eine vierprozentige Verschlechterung dieser brisanten Situation eingetreten, da dieser Anteil im Vorjahr noch 46 Prozent umfasste. Laut der Studie stehen im Zentrum der privaten Altersvorsorge mit dem größten Interesse vor allem private Rentenversicherungen, die von 23 Prozent der Befragten angegeben wurden. Einen erheblichen Zugewinn von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr weisen Lebensversicherungen auf, die als Rente ausbezahlt werden. “Hierbei ist die von der Bundesregierung nachgebesserte Riester-Rente mit einem Plus von acht Prozent der absolute Shootingstar”, betont Palm.
Auch Aktien, Aktienfonds und Zertifikate weisen in der Beliebtheit eine Steigerung auf. Hierbei verweist Palm auf das Risiko bei aktiengebundenen Lebens- und/oder Altersversicherungen. Ältere tendierten daher öfters zu “klassisch-sicheren” Garantiefonds oder wählten Anlageoptionen mit einem geringen Aktienanteil, wobei jüngere Arbeitnehmer risikofreudiger seien. Der Postbank-Sprecher betont hierbei das Zurückfallen der Beliebtheit einer Immobilie oder einer Wohnung zur Selbstnutzung. Eine ähnliche Tendenz ließe sich auch bei Festgeld und Sparbriefen als Instrumenten der privaten Altersvorsorge feststellen.